Bei welchen Erkrankungen tritt eine Dysphagie auf?

Auftreten einer Dysphagie

Bei folgenden Erkrankungen kann eine Dysphagie auftreten:

 

SchlaganfallAkutphase > 50 %
Schweres Schädel-Hirn-TraumaAkutphase ca. 50 %
Idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS)ca. 50 %
Multiple Sklerose30 - 40 %
Progressive supranukleäre Blickparese (PSP)ca. 80 %
Multisystematrophien (MSA)ca. 70 %
Lewy-Körper-Demenz (DLB)ca. 20 %
Zentrale pontine Myelinolysesehr häufig
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)fast immer; bei bulbärem Beginn (25 %) immer
Spinobulbäre Muskelatrophie (SBMA) Typ Kennedyimmer
Akute inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathiehäufig; bei Polyneuritis cranialis bzw. Miller-Fisher-Syndrom fast immer
Myasthenia gravisErstsymptom ca. 20 %,
Verlauf > 50 %
Myotone Dystrophie Curschmann-Steinertca. 70 %
Lambert-Eaton-Syndromca. 30 %
Okulopharyngeale Muskeldystrophie (OPMD)immer
Polymyositis, Dermatomyositis, Einschlusskörpermyositishäufig











In der linken Spalte finden sich Angaben zur Häufigkeit von Dysphagien (in Prozent) bei neurologischen Erkrankungen des Erwachsenenalters - nicht nur bei weit verbreiteten, sondern auch bei seltenen Erkrankungen.

Die Angaben basieren auf Literaturangaben, die sich natürlich im Laufe der Zeit aufgrund immer genauerer Erhebungen ändern können. Einige Erkrankungen finden sich mehrmals, weil sie unter verschiedenen Oberbegriffen aufgeführt werden können (z. B. lässt sich die Lewy-Körper-Demenz unter „Demenzen“ und unter „atypische Parkinson-Syndrome“ einordnen).

Zu ergänzen ist noch, dass bestimmte Medikamente auf ganz verschiedenen Wegen zu Dysphagien führen können. Eine isolierte Dysphagie als Folge einer Medikamenteneinnahme ist aber die Ausnahme.

Im Folgenden seien einige Medikamente genannt, die eine Schluckstörung verursachen könnten:

Neuroleptika, Aminoglykosid-Antibiotika, D-Penicillamin, Kortikosteroide, Colchicin, Cholesterinsenker, L-Tryptophan, Metoclopramid, Anticholinergica, Botulinumtoxin, Tetrazykline, Bisphosphonate, nicht-steroidale Antirheumatica (NSAID), Kaliumchlorid, Quinidin.

Bei Patienten mit bestimmten Muskelerkrankungen können in Abhängigkeit von der Art der Erkrankung folgende Medikamente zu einer Verschlechterung der Symptome führen: Ritodrin, Betablocker, Fenoverin, Statine, Fibrate, Articain, Niacin, Valproinsäure.

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