Instrumentelle Diagnostik

Am Zentrum für Schluckstörungen der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn kommen folgende Methoden der instrumentellen Diagnostik zur Anwendung:

Endoskopische Untersuchung des Schluckens

Die endoskopische Untersuchung des Schluckens wird abgekürzt als FEES (Flexible Endoskopische Evaluation des Schluckens).

Vorgehen bei der FEES

Bei der FEES wird ein flexibles Kunststoff-Endoskop mit einem Durchmesser von knapp über 3 mm durch ein Nasenloch in den Rachenraum vorgeschoben. Von dort kann der Untersucher das Gaumensegel, die hintere Zunge, den Kehldeckel, den unteren Rachen und den Kehlkopfeingang einsehen. Bei der Ruhebeobachtung wird u. a. beurteilt, ob die einzelnen anatomischen Strukturen (z. B. die Stimmlippen) symmetrisch sind oder ob noch Residuen (Nahrungsreste) vorhanden sind. Während der Funktionsprüfung wird der Patient aufgefordert zu atmen, den Atem anzuhalten, bestimmte Laute zu produzieren und zu pressen bzw. zu husten. Die dabei auftretenden Bewegungen der einzelnen Strukturen werden beurteilt. Bei anschließenden Schluckversuchen werden dem Patienten abhängig vom individuellen Befund unterschiedliche Konsistenzen (von flüssig bis fest) angeboten.

Ziele der FEES

Dabei wird z. B. beurteilt, ob das verabreichte Material normal abgeschluckt wird oder in den Kehlkopfeingang (Penetration) oder sogar in die Luftröhre gerät (Aspiration). Schließlich dient die FEES dazu, erlernte Schlucktechniken auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen. Beispiel: Mittels FEES kann nachgewiesen werden, dass ein Patient mit rechtsseitiger Rachenlähmung bei normaler Kopfhaltung aspiriert; bei Kopfdrehung zur rechten Seite treten jedoch keine Aspirationszeichen mehr auf, sondern er kann normal abschlucken.

Wer führt die Untersuchung durch?

Die Untersuchung wird immer von einem Arzt in Anwesenheit eines Schlucktherapeuten durchgeführt.

Schluckvideo

Der Film wird als Video auf einem Computer gespeichert und kann vom Untersucher nach der Untersuchung beliebig oft angesehen und beurteilt werden. Auch für den Patienten und seine Angehörigen ist es oft leichter, die Art der Schluckstörung zu verstehen, wenn sie die Aufnahmen gemeinsam mit Arzt und Schlucktherapeut analysieren.

Irritationen vorbeugen


Durch vorher verabreichte schleimhautabschwellende Nasentropfen und Auftragen eines lokal betäubenden Gels auf das Endoskop können evtl. auftretende Irritationen beim Einführen des Endoskops in die Nase weitgehend vermieden werden.

Besonderheit

Am Zentrum für Schluckstörungen der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn verfügen wir über ein sehr hochauflösendes FEES-Gerät. Der Grund hierfür ist, dass die Bildübermittlung nicht nur über Glasfasern erfolgt, sondern neuerdings auch über eine auf der Endoskop-Spitze befestigte Minikamera ("chip on the tip").

Vorteile

Der große Vorteil der FEES gegenüber der Videofluoroskopie des Schluckens (VFSS) ist, dass man z. B. Speichelaufstau sehen kann; auch die Beurteilung der Stimmlippen ist mit der FEES besser möglich als mit der VFSS. Außerdem besteht keinerlei Strahlenbelastung, so dass die Untersuchung prinzipiell beliebig oft wiederholt werden kann. Die FEES kann auch durchgeführt werden, wenn der Patient bettlägerig ist.

Videofluoroskopische Untersuchung des Schluckens

Die videofluoroskopische Untersuchung des Schluckens wird abgekürzt als VFSS (Videofluoroskopische Schluckstudie).

Vorgehen bei der VFSS

Bei der VFSS erfolgt eine Durchleuchtung des Kopf-/Halsbereiches mit Röntgenstrahlen, wobei der Film zeitlich sehr hochauflösend ist, d. h. dass pro Sekunde etwa 25-30 Bilder erstellt werden. Der Patient schluckt verschiedene Konsistenzen (dünnflüssig, nektarartig, breiig, fest), wobei diese Schluckproben - zum Sichtbarmachen auf dem Röntgenfilm - mit einem Kontrastmittel vermischt werden. Es wird ein Kontrastmittel verwendet, das für den Patienten auch bei einem eventuellen Eindringen in dessen Lunge nicht gefährlich ist. Während der VFSS muss der Patient aufrecht sitzen oder stehen können.

Ziele der VFSS

Bei der Untersuchung können Penetrationen, Aspirationen, Residuen etc. erkannt werden. Der Vorteil der VFSS ist, dass auch Strukturen sichtbar sind, die man mit der FEES nicht sehen kann, z. B. den oberen Ösophagussphinkter (Eingang in die Speiseröhre), die Speiseröhre selbst und die Zunge. Auch sind mittels VFSS bestimmte Bewegungsabläufe zu beobachten, die bei der Endoskopie nicht direkt untersuchbar sind, z. B. die Kehlkopf- und Zungenbeinbewegungen.

Wer führt die Untersuchung durch?

Die Untersuchung wird hier in der m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn von einem Team aus Schlucktherapeuten und Fachärzten durchgeführt.

Zusammenfassung

Die beiden Methoden FEES und VFSS ergänzen sich in ihrer Aussagekraft. Allerdings ist in den meisten Fällen eine FEES ausreichend. Eine VFSS wird bei ganz speziellen Fragestellungen durchgeführt.

Beispiel: In der FESS besteht der Verdacht auf eine Öffnungsstörung des oberen Ösophagussphinkters; um letztere sicher nachzuweisen wird eine VFSS durchgeführt.


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